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Förderung der Baukunst in Niedersachsen

| Kategorien: Jahresprogramm

Prof. Wilhelm Meyer Dipl.-Ing. Architekt BDA     ASP ARCHITEKTEN SCHNEIDER MEYER PARTGmbB

Der BDA Bund Deutscher Architekten, Landesverband Niedersachsen, und der Verein zur Förderung der Baukunst haben ihren Sitz im Gropiushaus.

Der BDA vereint seit 1903 freischaffende Architekten und Stadtplaner, die sich durch die Qualität ihrer Bauten ebenso auszeichnen wie durch hohe persönliche Integrität und Kollegialität. Sie verbindet die Bereitschaft zum Engagement im Interesse der Baukultur und des Berufsstandes. Die Berufung erfolgt durch die Landesverbände.

Der BDA fördert eine Kultur des Planens und des Bauens, um so mit funktional und ästhetisch gestalteten Gebäuden, Plätzen und Städten den Lebensraum und die Lebensqualität Aller zu bereichern. In diesem Sinne tritt der BDA dafür ein, die Unabhängigkeit der Planung und damit die treuhänderische Beziehung zwischen Bauherren und Architekten zu sichern sowie das Wettbewerbswesen zu verbessern.

Zur besonderen Stärke des BDA gehört seine regionale Präsenz in Form von 16 Landesverbänden sowie regionalen und städtischen BDA-Untergruppen. Mit einer kritischen Diskussion zu Themen des Planungs- und Baugeschehens, durch vergabe von Preisen und zahlreichen anderen Aktivitäten wie Vorträgen, Ausstellungen, Workshops und Publikationen, engagiert sich der BDA für einen kontinuierlichen baukulturellen Diskurs.

Das Gropiushaus

Die erste bedeutende architektonische Arbeit von Walter Gropius war 1911 das Fagus-Werk in Alfeld an der Leine, das er zusammen mit Adolf Meyer baute. Dieser Fabrikbau gilt mit seiner Stahl- und Glasarchitektur als richtungsweisendes Werk der später sogenannten „Modernen Architektur“, die in den 1920er Jahren unter der Bezeichnung „Neues Bauen“ oder „Neue Sachlichkeit“ zum allgemeinen Begriff wurde. Das Fagus-Werk wurde im Juni 2011 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

Gropius wurde zum Begründer des Bauhauses. Er wurde 1919 auf Vorschlag von Henry van de Veldes als dessen Nachfolger zum Direktor der Großherzoglich-Sächsischen Hochschule für Bildende Kunst in Weimar ernannt und gab der neuen Schule den Namen „Staatliches Bauhaus in Weimar“. Er hatte das Amt des Direktors bis 1926 in Weimar und danach in Dessau inne. Sein Nachfolger wurde 1928 der Schweizer Architekt Hannes Meyer, der 1930 wieder ausschied und sein Betätigungsfeld für die nächsten sechs Jahre in die Sowjetunion verlegt. Ludwig Mies van der Rohe führte das Bauhaus in Berlin bis zur Schließung in der Frühzeit des Nationalsozialismus 1933.

1934 emigrierte Gropius nach Angriffen der Nationalsozialisten auf das Bauhaus als „Kirche des Marxismus“ nach England und 1937 weiter in die USA nach Cambridge, wo er als Professor für Architektur an der „Graduate School of Design“ der Harvard Universität tätig war.

Der BDA und der Verein zur Förderung der Baukunst haben ihren Sitz im Gropiushaus – das einzige Werk, das Gropius in Hannover geschaffen hat. Es wurde 1952/1953 als Wohnhaus für die Familie des Färbereiunternehmers Stichweh errichtet, in deren Besitz des auch heute noch ist. Der Kontakt zu Gropius entstand auf Vermittlung des damaligen Stadtbaurates Rudolf Hillebrecht. Seit 1987 ist es an den BDA Niedersachsen vermietet, der das Erdgeschoss als Veranstaltungsort und Geschäftsstelle nutzt zusammen mit dem Verein zur Förderung der Baukunst e.V.. Dieser wurde im gleich Jahr 1987 ins Leben gerufen. Eine Gruppe gestandener Architekten aus dem BDA-Vorstand hatten sich zum Niedersächsischen Ministerpräsidenten in die Staatskanzlei begeben, um ihn zu bitten, die Festrede zur Verleihung des ersten BDA-Preises zu halten. Beim Hinausgehen fragte er dann noch: „Meine Herren, was ist gute Architektur?“ Die Frage blieb zunächst unbeantwortet, führte aber zu einer intensiven Diskussion im BDA und zu der Erkenntnis, dass dieser Diskurs in die Gesellschaft getragen werden muss.

Ziel des Vereins ist es, interessierte Laien, Vertreterinnen und Vertreter der Industrie, der Bauverwaltung, der Verbände und der Politik mit Architektinnen und Architekten zusammenzuführen. Unsere über 450 interessierten und engagierten Mitglieder sind regional vernetzt und organisiert. Wir haben Gruppen des Vereins in Braunschweig, Hannover, Lüneburg, Oldenburg und Osnabrück. In den vergangenen Jahren haben wir auch regelmäßig Mitgliederreisen unternommen nach Istanbul, Köln, Berlin, Kopenhagen/Oslo, Slowenien/Graz/Triest/Wien, Barcelona, Marseille/Avignon/Aix-en-Provence, Breslau (Wroclaw)/Görlitz, Madrid, Paris, Dublin und zuletzt Dessau/Leipzig/Dresden/Weimar, wo zur Feier „100 Jahre Bauhaus“ 2019 ein Museum entsteht – jeweils mit kompetenten Führungen und kulturellen Highlights.

Ein wichtiges Anliegen war mir die Förderung des Architektennachwuchses und hier die Herausstellung von jungen Architekten, die in den frühen Jahren ihrer freiberuflichen selbständigen Tätigkeit Bemerkenswertes geschaffen haben. Mit Unterstützung der VHV-Versicherung wurde 2014 und 2017 der max 45 vergeben. Die Festveranstaltung fand jeweils in der großen Halle der VHV statt, und die Arbeiten wurden danach noch niedersachsenweit gezeigt.

Außerdem werden zweimal im Jahr junge Architekten aus Deutschland und zuletzt auch aus Zürich eingeladen, einen Werkbericht hier im Gropiushaus abzugeben.