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Sieh hin und hilf!

Von langen und extremen Wellen

| Kategorien: Clubreport

Wasserwelle(n) – 

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Die erste Assoziation zu diesem Begriff erinnert sicherlich an die Frisuren-Mode unserer Mütter und Großmütter und führt uns gedanklich nicht zwangsläufig in einen sehr innovativen und hochwissenschaftlichen Forschungsbereich einer Universität. Aber bereits der erste Eindruck, nach der Ankunft zur Expedition unseres Clubs nach Hannover-Marienwerder zeigte, dies hier hat nichts mit den (früheren) Künsten eines Figaros zu tun. Die Begrifflichkeit muss wohl völlig anders gedeutet werden!

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Unser Gastgeber, Herr Prof. Dr. Ing. Torsten Schlurmann, ist Leiter und Lehrstuhlinhaber des Ludwig-Franzius-Instituts für Wasserbau, Ästuar- und Küsten-Ingenieurwesen der Universität Hannover. Am bekanntesten ist diese Wirkungsstätte durch den großen Wellenkanal, der sich in beachtlicher Ausdehnung, von über 300 m Länge, parallel zur Autobahn A2 erstreckt.

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Diese Welt der angewandten Wissenschaft einmal aus aller erster Nähe kennen zu lernen, wurde den interessierten Teilnehmern unseres Clubs eindrucksvoll in Theorie und Praxis ermöglicht.

Wohlwissend, dass die Mitglieder des Lions Club Hannover sich aus einer Vielzahl von unterschiedlichen Berufsgruppen und Branchen rekrutieren, führte uns der Gastgeber mit zwei speziell auf den Abend vorbereiteten Vorträgen und einer anschließenden Ortsbegehung in sein Forschungsgebiet ein. Dazu wurden von Prof. Schlurmann der Lehrstuhl und das Institut vorgestellt, die Hauptwirkungsbereiche anschaulich erklärt und auf den praktischen Bezug der gewonnenen Forschungsergebnisse eingegangen.

Das Feuerwerk, das der Referent bei der Schilderung der vielen verschiedenen Forschungsbereiche und -aufgaben abbrannte, zeigte uns einen bis unter die Haarspitzen motivierten Wissenschaftler und Hochschullehrer, der auch in den kommenden 30 Jahren plant, Hannover treu zu bleiben.

Was wird da im Einzelnen erforscht / gemacht?

Um dem Leser wenigstens einen kleinen Einblick zu der breiten Palette von Anwendungsbereichen zu geben, sei exemplarisch auf die weitere Erforschung der Offshore-Windparks, die Tsunami Forschung und -früherkennung und auf die Ausgestaltung zukunftsträchtiger Hafen Infrastrukturen hingewiesen.

Wie wird das gemacht?

Das grundsätzliche Vorgehen besteht darin, physikalische Modelle (zum Beispiel aus Versuchen im großen Wellenkanal) mit numerischen Modellen (mathematische Ermittlungen) in Einklang zu bringen. Aktuell beschäftigt sich die Forschungsgruppe mit den klimatischen Auswirkungen und daraus entstehenden Wellen Phänomenen am Abschluss Deich des holländischen IJssel Meeres.

Müll im Meer

Neben den ansatzweise geschilderten Forschungsbereichen, engagiert sich das gesamte Team um den Rotarier Prof. Schlurmann in einem für den gesamten Erdball extrem wichtigen Bereich: Der Verschmutzung der Weltmeere durch Plastikmüll. Da (Ver)Ursache(n)(r)Forschung in sehr engem Zusammenhang mit der Ausbreitung über die Welleneffekte der Meere zu tun hat, begann das Team sich diesbezüglich in verschiedenster Weise international einzubringen.

So zeigte Herr Prof. Schlurmann in seinem eindrucksvollen zweiten Vortrag auf, wie bedrohlich dieses Szenario inzwischen ist. Am Beispiel von Henderson Island (Mitten im Indischen Ozean), wo inzwischen 600 Plastikteile Müll pro Quadratmeter  gefunden werden!!, wurden dringende Handlungsbedarfe für Gegenwart und Zukunft nachvollziehbar aufgezeigt.

Die wissenschaftliche Arbeit des Ludwig-Franzis Instituts soll künftig mit dem ehrenamtlichen Engagement des Rotary Clubs Hannover für ein stärkeres Bewusstsein aller Erdbewohner mit Sorge tragen. Der Wunsch unseres Gastgebers: Möge sich auch der Lions Club Hannover hier mit engagieren und in geeigneten Foren für das Thema “Müll im Meer” sensibilisieren.

Der große Wellenkanal

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Natürlich konnte ein Ortstermin wie dieser nicht ohne die Besichtigung der riesigen Anlagen zu Ende gehen. So wurde die Gruppe der Lions Besucher, unter fachmännischer Begleitung von Herrn Dr. Nils Kerpen, durch die Einrichtung geführt und konnte den großen Wellenkanal aus nächster Nähe betrachten. Einblicke, die nicht häufig so hautnah zu bekommen sind…Lions exklusiv, bis 22:15 Uhr.